|
ORPHANET:
Die Europäische Datenbank seltener Krankheiten
ORPHANET
ist eine relationale Datenbank seltener Krankheiten. Die Online-Datenbank
umfasst derzeit 5800 seltene Erkrankungen und wird kontinuierlich
erweitert (Stand Februar 2009). Alle Informationen der Datenbank
sind frei zugänglich und in 6 verschiedenen Sprachen verfügbar:
Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch
und Spanisch.
ORPHANET
berücksichtigt die Datenerhebung aus 38 Ländern.
Welche
Informationen kann man über ORPHANET abrufen ?
ORPHANET
integriert Adressenlisten von:
- spezialisierten Diagnoselaboratorien einschließlich ihrer
jeweiligen Leistungsspektren
- genetischen Beratungsstellen,
- Spezialsprechstunden und -kliniken sowie
- Patienten-Selbsthilfegruppen
ORPHANET
stellt eine von Fachleuten verfasste Enzyklopädie
über seltene Erkrankungen zur Verfügung, die beständig
erweitert wird.
ORPHANET
führt darüber hinaus eine stets aktualisierte Liste von
Forschungsprojekten über
seltene Krankheiten.
Wann
wurde ORPHANET begründet?
Das ORPHANET-Projekt wurde durch INSERM,
('Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale')
und dem DGS
(Direction Générale de la Santé) am 1. Januar
1997 ins Leben gerufen. Die Online-Datenbank wurde der Öffentlichkeit
am 1. Januar 1998 zur Verfügung gestellt. Die Verantwortlichkeit
liegt bei der Abteilung n°11 des INSERM.
Organisation - Länderbeteiligung
ORPHANET
ist eine Arbeitsgemeinschaft der europäischen Partnerländer
unter der Leitung von Frankreich als Projektmanager.
Beitritt
neuer Mitgliedsländer seit der Gründung von ORPHANET 1997:
2001
Belgien, Deutschland, Italien, Schweiz
2002 Österreich, Spanien
2003 Portugal
2004 Zypern, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Ungarn,
Irland, Niederlande, Rumänien, Großbritannien, Litauen
2006 Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Lettland, Libanon,
Marokko, Polen, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tunesien, Luxemburg,
Malta, Schweden, Norwegen
Türkei
2007 Armenien, Israel
2008 Algerien
Folgende
Teams sind auf nationaler Ebene beteiligt: Liste
Die Anbindung weiterer Länder ist in Vorbereitung.
Wie
wird Orphanet finanziert ?
Die
Finanzierung von ORPHANET (Förderung des Kernprojektes) erfolgt
durch INSERM und die DGS. Die europäische
Kommission stellt Mittel zum Auf- und Ausbau der Enzyklopädie
und der Datensammlungen in anderen europäischen Ländern
bereit (seit 2000 DG
Public Health and Consumers Protection grants No S12.305098;
S12.324970; SPC.2002269-2003220 und seit 2004 DG
Research grant No LSSM-CT-2004-503246).
Weitere Förderer von ORPHANET:
-Die französische Selbsthilfeorganisation AFM
(Association Française contre les Myopathies) unterstützt
die Bereitstellung des OrphaNews
Letter (einem Informations-Service von Orphanet) und die Datensammlung
der Selbsthilfeorganisationen in Frankreich.
-Der Nationale Krankenkassenverband
(Union des Caisses d'Assurance Maladie ; UNCAM ) fördert die
Weiterentwicklung der ORPHANET Website.
-Der Verband französischer
Arzneimittelhersteller ( Les Entreprises du Médicament;
LEEM ) stellt Mittel zum Aufbau der OrphanXchange
Datenbank zur Verfügung.
-Die Groupama-Stiftung
(Foundation 'Groupama pour la santé') fördert die Bereitstellung
der Online-tools und Serviceangebote für Patientenselbsthilfegruppen.
Internationale
Partnerschaften
Orphanet
und EuroGenTest
arbeiten gemeinsam am Informationsmanagement über genetische
Tests. EuroGenTest wird als Exzellenz-Netzwerk im Rahmen des sechsten
Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission gefördert.
ORPHANET kooperiert mit EURORDIS,
der europäische Vereinigung von Patientenorganisationen. Weiterhin
besteht eine formale Zusammenarbeit mit EUROCAT,
dem europäischen Netzwerk der Fehlbildungsregister.
Auch auf nationaler Ebene sind Partnerschaften
entstanden, die auf den jeweiligen Websites der Länder aufgeführt
sind.
Wie
wird ORPHANET beaufsichtigt?
ORPHANET wird von drei Gremien beaufsichtigt:
Der Verwaltungsrat (nur in Frankreich)
ist für die Entwicklung des ORPHANET-Projekts verantwortlich.
Er äußert sich zu den folgenden Aspekten: Anpassung der
Datenbank an die Bedürfnisse der Nutzer, die Informationsquellen
der Datenbank, Beachtung der Regeln zur ärztlichen Schweigepflicht
und zum Datenschutz, die Nutzungsbedingungen und die Projektfinanzierung.
Im Beiratsvorsitz wechseln sich der Vorsitzende des DGS und des
INSERM ab.
Der wissenschaftliche
Beirat ist für die Validierung aller Datenbankeinträge
verantwortlich. Er besteht aus namhaften Experten, die vom Verwaltungsrat
ernannt wurden. In jedem Land gibt es einen eigenen wissenschaftlichen
Beirat.
Der Herausgeberbeirat
(ein Gremium für die gesamte Datenbank) wird von internationalen
Experten verschiedener Fachrichtungen gebildet. Der Beirat nominiert
die Autoren der ORPHANET-Enzyklopädie und validiert die Texte,
bevor sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Wer
nutzt ORPHANET?
Zur
Zeit wird die Website täglich von 20 000 Personen aufgerufen.
Hierzu sind Statistiken
der letzten 12 Monate verfügbar. Über die Hälfte
der Nutzer von ORPHANET sind Ärzte und Wissenschaftler aus
dem Gesundheitsbereich, etwa 5% davon sind Medizinstudenten. Ein
Drittel der Besucher sind Patienten, Familienangehörige oder
Bekannte von Patienten. Weitere 15% der Besucher sind sonstige Angehörige
der Heilberufe, der Industrie und der Medien, bezw. Personen, die
an seltenen Krankheiten interessiert sind, aber keine Betroffenen
persönlich kennen.
Wie
kann ich meine Leistungsangebote bei ORPHANET registrieren ?
Bitte nutzen Sie nachfolgendem Link: Hier Registrieren
Sie können uns sofort Ihre Kontaktdaten übermitteln. Wir senden Ihnen dann entsprechende Unterlagen zu. Alle Registrierungen sind kostenfrei.
Alle
Details über die Zielsetzungen und die Funktionsweise von ORPHANET
finden Sie unter der Startseite der ORPHANET-Datenbank: http://www.orpha.net/
Sollten
Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt
mit uns auf.
Das
deutsche ORPHANET-Team:
Prof. Dr. med. Manfred Stuhrmann-Spangenberg,
Dr. rer. nat. Kathrin Rommel,
Elisabeth Félicité Nyoungui, MD, MPH,
Medizinische Hochschule Hannover
|